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Alu Mehrschichtverbundrohr

Mehrschichtverbundrohr

Das Mehrschichtverbundrohr besteht aus fünf Schichten und hat im Vergleich zu anderen herkömmlichen Heizungsrohren, wie z.B. Kupferrohren, einige entscheidende Vorteile. Die innere Schicht ist eine Kunststoffschicht aus Polyethylen. Sie schützt vor Korrosion. In der Mitte befindet sich eine Schicht aus 0,1-1,0mm dickem Aluminium. Dies bewirkt einerseits, dass kein Sauerstoff durchdringen kann, andererseits gibt es dem Rohr auch die nötige Festigkeit und Stabilität. Als äußerer Schutzmantel wird wieder eine Kunststoffschicht aus Polyethylen verwendet, die auch vor Beschädigungen auf der Baustelle oder beim Transport schützen soll. Verbunden werden diese drei Hauptschichten jeweils durch eine Schicht mit speziellem Haftvermittler.
 

Die Produktion

Der erste Schritt bei der Produktion eines Mehrschichtverbundrohres ist der Extruder. Hier wird ein Kunststoffgranulat eingefüllt, erhitzt und beim Austritt aus dem Extruder geformt. So entsteht das innere Kunststoffrohr, das auch Inliner genannt wird. Anschließend durchläuft dieser thermoplastische Strang das Vakuum- und Kühlbad um zu erkalten. Während des nächsten Schrittes wird die zweite Schicht, die so genannte Haftvermittlerschicht, auf den Inliner aufgetragen. Diese sorgt dafür, dass bei der dritten Station der Verbund zwischen dem Aluminiumrohr und dem inneren Kunststoffrohr hergestellt wird.

Der Aluminiummantel wird dem Inliner von einem anderen Laufband zugeführt, um ihn herumgeformt und anschließend verschweißt. Dieses Verfahren nennt sich Stumpfverschweißung, was bedeutet, dass die Enden des Aluminiumbandes genau aneinandergelegt werden. Da sie also nicht überlappen, entsteht eine glatte Naht.

Beide Rohre sind zu diesem Zeitpunkt kalt. Deshalb wird zunächst das Aluminiumrohr erhitzt, wodurch der innenliegende Haftvermittler aktiviert wird und reagiert. Auf diese Weise wird die Verbindung zwischen den beiden Rohren hergestellt. Anschließend wird ein weiterer Haftvermittler auf das bisherige Produkt aufgetragen, damit im letzten Schritt die Kunststoff-Außenhaut haften kann und einen Schutz bildet. Nach einem erneuten Kühlbad und dem Auftragen der verschiedenen Signierungen, wie beispielsweise der Qualitätszertifikate und Normeigenschaften, ist das Mehrschicht-Verbundrohr fertig.
 

Vorteile und Eigenschaften des Mehrschicht-Verbundrohres

Durch den dreischichtigen Aufbau ist das Mehrschichtverbundrohr nicht nur sehr stabil in seiner Form, sondern aufgrund seines leichten Gewichtes und seiner relativ simplen Verlegeart auch für eigentlich alle Heizungs- und Sanitärinstallationen bestens geeignet. Außerdem kann es durch die 100%ige Sauerstoffdichte des Rohres z.B. bei Fußbodenheizungen nicht zu einer Verschlammung kommen. Das Mehrschichtverbundrohr gibt es meist in Außendurchmessern von 14 bis 110mm und die Wandstärke beträgt je nach Größe 2 bis 10mm. Für den Einsatz bei Fußbodenheizungen und für Sanitärinstallationen wird 16 x 2,0 mm Aluverbundrohr eingesetzt. Je nach Leitungslänge und Anzahl von Verbrauchern (Heizkörper) werden 26 x 3,0 mm oder 32 x 3,0 mm für die Steigleitungen zu den Verteilerstationen eingesetzt

Ein weiterer Vorteil ist die hohe Lebensdauer des Mehrschicht-Verbundrohres. Es kann bei einer Druckbelastung von 10 bar und einer Temperatur von bis zu 95°C etwa 50 Jahre lang halten. Das innenliegende Aluminiumrohr hat den entscheidenden Einfluss auf die thermische Längenausdehnung des Verbundrohres. Durch die feste Verbindung der Kunststoffschichten mit dem Aluminium wird die Längenausdehnung durch den Ausdehnungsfaktor des Aluminiums bestimmt und entspricht damit etwa dem eines Metallrohres. Die DVGW-Zulassung erlaubt die Verwendung von Mehrschicht-Verbundrohren in Trinkwasserinstallationen. Die Zulassung beinhaltet außerdem die positive Beurteilung des Werkstoffes nach den Anforderungen aus dem Lebensmittelbedarfsgegenständegesetz für Kunststofferzeugnisse in der Trinkwasserinstallation.

Früher wurden bei Installationen im Haustechnikbereich vorwiegend Kupferrohre eingesetzt. In der heutigen Zeit sind es bevorzugt Kunststoff- bzw. Verbundrohre, die verarbeitet werden. Anders als bei Kupferrohren kann es bei Mehrschicht-Verbundrohren auch nicht zu Lochfraß kommen. Außerdem spielt der Kostenfaktor eine große Rolle, dass Kupferrohre heutzutage wesentlich teurer sind.

In Gebäuden sind keine Maßnahmen zum Schutz vor UV-Strahlung notwendig. Der Kunststoff-Außenmantel des Verbundrohres ist gegen indirekte UV-Strahlen in Gebäuden unempfindlich. Er muss aber vor dauerhafter und direkter UV-Strahlung geschützt werden. Das Mehrschicht-Verbundrohr kann bei Minustemperaturen montiert werden. Lediglich das Einfrieren gefüllter Rohre muss verhindert werden, da das Rohr sonst durch die sehr hohen Innendrücke beschädigt werden kann.
 

Verarbeitung von Mehrschichtverbundrohren mit Pressfittings und Eurokonus Verschraubungen

Bei der Verarbeitung des Mehrschichtverbundrohres gibt es je nach Hersteller unterschiedliche Verbindungstechniken. Für die Pressverbindung (PRESSFITTINGS) sind spezielle Zangen notwendig, um den erforderlichen hohen Pressdruck erzeugen zu können. Ab 40 x 3,5 mm Aluverbundrohr dürfen die Pressfittings z.B. nur elektrisch gepresst werden. An 16-32er Verbundrohr dürfen die Pressfittings auch mit einer Handpresszange gepresst werden. Als preisgünstigste Variante zu Pressfittings gibt es noch die Eurokonus Schraubverbindungen. Vorteil: Diese lassen sich auch jederzeit relativ einfach wieder lösen.

Geliefert werden Mehrschichtverbundrohre üblicherweise auf Rollen mit einer Lauflänge von 100 bis 500m oder aber auch vereinzelt als Stangenware. Verarbeitet werden sie seit ca. 1990 und der wichtigste Vorteil ist vor allem die Flexibilität der Verlegung, aber auch die Schnelligkeit bei der Verarbeitung. Aufgrund der optimalen Aluminiumstärke läßt sich das Rohr leicht biegen, in kleinen Dimensionierungen auch von Hand, so dass an engen und schwer zugänglichen Stellen problemlos das Rohr in Form gebogen werden kann. Bei Rohrdurchmessern unter 32 mm können unterstützend Biegefeder und Biegezangen eingesetzt werden, ab 32 mm sind Biegezangen zum Rohrbiegen notwendig.

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