Überall, wo Rohrsysteme und Armaturen auf Gewinde treffen, muss abgedichtet werden. Denn nur, wenn ein Gewinde korrekt abgedichtet ist, kann man auch sicher sein, dass alles zu 100 % dicht ist und kein Wasser durch die Gewindegänge durchläuft oder tropft.
Ein Gewinde abzudichten, ist kein Hexenwerk – und mit dem richtigen Material stellt es auch für den Heimwerker kein Problem dar. Wenn Sie ein Gewinde abdichten möchten, gibt es verschiedene Möglichkeiten, je nach Material und Anwendungsbereich. Hier sind einige Tipps, die Ihnen helfen können, um eine sichere und dichte Verbindung herzustellen.
TL;DR – Das Wichtigste in Kürze:
- Durch eine Abdichtung wird verhindert, dass Flüssigkeiten durch das Gewinde gelangen und somit unerwünschte Wasserschäden verursacht werden.
- Hanf, Gewindedichtfaden oder Teflonband haben sich gut in der Praxis erprobt und werden gerne zur Abdichtung verwendet.
- Hanf als Abdichtungsmaterial ist trinkwassergeeignet, temperaturbeständig, leicht zu verarbeiten und günstig in der Anschaffung.
- Gewindedichtfäden sind beständig gegen hohe Temperaturen und Chemikalien, passen sich optimal an das Gewinde an und sind einfach in der Anwendung. Zudem bieten sie sofortige Dichtwirkung ohne Wartezeit.
- Teflonband dichtet Gewinde effektiv ab, besonders bei Kunststoffgewinden. Das Band bietet einfache Anwendung, schnelle Abdichtung und ist beständig gegen Chemikalien, hohe Temperaturen und Druck.
Warum muss ich abdichten?
Beim Ineinanderdrehen der Außen- und Innengewinde entsteht eigentlich eine feste Verbindung – trotzdem stellen sie noch keine 100 % Abdichtung gegen drückendes Wasser dar.
Eine Abdichtung verhindert, dass das Gewinde Flüssigkeiten durchlässt und es zu unerwünschten Wasserschäden kommt.
Gewinde richtig abdichten – welche Möglichkeiten gibt es?
In der Praxis haben sich folgende 3 Mittel gut bewährt und werden gerne zur Abdichtung eingesetzt:
- Hanf
- Gewindedichtfaden
- Teflonband
Unabhängig von der Methode, die Sie wählen, ist es wichtig sicherzustellen, dass das Gewinde sauber, trocken und frei von Schmutz oder Rost ist, bevor Sie das Abdichtungsmittel Ihrer Wahl anbringen.
1. Mit Hanf und Dichtpaste abdichten
Hanf gilt als der Klassiker unter den Dichtungsmitteln und gilt als „Allrounder“ für viele Einsatzbereiche wie in der Heizungs-, Wasser- (auch Trinkwasser) und Gasinstallation. Hanf gibt es als Ballen, Zöpfe, Knäuel oder Spulen. Als praktisch hat sich ein Kunstoffspender mit einer innen liegenden Hanfspule erwiesen.
Folgende Vorteile sprechen für die Abdichtung mit Hanf:
- Er ist trinkwassergeeignet und kann somit bei der Installation von Trinkwasserrohren eingesetzt werden
- Temperaturbeständig: damit eignet er sich hervorragend für Verbindungen in Kombination mit warmem Heizungswasser bzw. Heizungsanlagen
- Leicht zu verarbeiten, daher auch gut für Heimwerker geeignet
- Günstig in der Anschaffung
Zudem verbessert Hanf die Stabilität der Gewindeverbindung unter Druck und verrottet im Gegensatz zu alternativen Dichtungsmitteln extrem langsam.
Bei Hanf muss man allerdings darauf achten, dass dieser nur zusammen mit einer Dichtungspaste verwendet wird, um korrekt abzudichten. Da es sich bei Hanf um ein Naturprodukt handelt, kann dieser sich in Farbe, Konsistenz und im Aussehen unterscheiden, was allerdings der Funktion keinen Abbruch tut.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Gewinde aufrauen

Gewinde mit Sägeblatt aufrauen:
Die sogenannten Täler und Berge des Gewindes sind in der Regel recht glatt – meist zu glatt, dass sich das entsprechende Dichtmaterial darin nicht „festkrallen“ kann. Daher sollte das Gewinde mit einem Sägeblatt aufgeraut werden.
Entfernen Sie zudem alle Schmutz- und Ölrückstände vom Gewinde, bevor Sie den Hanf auftragen. Dies stellt sicher, dass der Hanf gut haftet.
Hanf anwenden

Hanf anwenden: Nur so viele Fasern wählen, wie in das Gewinde hineinpassen und die Gewindespitzen noch sichtbar sind.
Fasern legen

Fasern legen: Zuerst die Fasern quer zum Gewinde legen, dann in das Gewinde hineinwickeln und die überstehenden Querfasern mitnehmen. Wickeln Sie das Außengewinde im Uhrzeigersinn mit Hanf ein. Der Hanf presst sich beim Verschrauben zusammen und dichtet ab. Wickeln Sie den Hanf nicht gegen die Laufrichtung um das Gewinde. Sind die Hanfverbindungen fehlerhaft, kann sich der Hanf lösen oder verknotet und die Verbindung bleibt undicht.
Mit Dichtungspaste bestreichen

Bestreichen: Das Gewinde wird nun gründlich mit einer Dichtungspaste z.B. Neo-Fermit bestrichen und die Gewinde fest verschraubt. Sie können sofort beansprucht werden und lassen sich jederzeit wieder lösen.
Als praktisches Produkt hat sich das 3-teilige Gewinde-Dicht-Set bewährt.
Damit steht dem Abdichten nichts mehr im Wege und Sie können gleich durchstarten.
am Gewinde aus.
2. Abdichten mit Gewindedichtfaden
✅ Gewindedichtfäden bieten eine einfache, schnelle und zuverlässige Möglichkeit, Gewinde abzudichten und Lecks zu vermeiden. Sie werden für das Dichten von Rohrgewinden und Anschlussstücken aus Metall und Kunststoff verwendet.
✅ Dabei ist der Gewindedichtfaden beständig gegenüber hohen Temperaturen und chemischen Einflüssen – so kann der Dichtfaden eine Vielzahl von Chemikalien und Lösungsmitteln aushalten, ohne sich aufzulösen oder ihre Wirksamkeit zu verlieren. Die spezielle Zusammensetzung des Gewindedichtfadens ermöglicht zudem eine optimale Anpassung an das Gewinde, wodurch eine effektive Abdichtung erzielt wird.
✅ Die einfache Handhabung macht den Gewindedichtfaden für Heimwerker besonders attraktiv:
Er ist recht flexibel und lässt sich leicht um das Gewinde wickeln, ohne dass es zu Verwicklungen kommt. Meist reicht auch schon ein einziger Durchgang aus einer Schicht, sodass man recht schnell und zeitsparend eine Abdichtung bewerkstelligen kann. Ein Gewindedichtfaden ist zudem eine saubere Sache: Er hinterlässt keine Staub- oder Schmutzpartikel.
Vorteile vom Gewindedichtfaden
- ✅ Einfache Anwendung
- ✅ Flexibel einsetzbar für Gas- und Trinkwasserleitungen sowie Heizungsinstallation
- ✅ Keine Wartezeit für die Aushärtung
- ✅ Sofortige Dichtwirkung gegen vollen Druck
Gewindedichtfaden: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Mit einem Sägeblatt aufrauen

Glatte Gewinde können mit einer Säge aufgeraut werden, damit sich der Gewindedichtfaden am Gewinde gut festkrallen kann. Reinigen und säubern Sie das Gewinde; es sollten keine Verunreinigungen sichtbar sein. Ferner sollte das Gewinde nicht nass, sondern trocken sein.
Gewinde-Dichtfaden aufwickeln

Jetzt wird der Dichtfaden (z.B. Gewindedichtfaden von LOCTITE) am Rohranfang beginnend in Gewinderichtung kreuz und quer auf das Rohrgewinde aufgewickelt. Der Faden kann einfach, dank der integrierten Schneidvorrichtung, abgeschnitten werden.
Schraubverbindung montieren

Verbindung herstellen bzw. montieren. Die Verbindung kann nach dem Anziehen um bis zu 45° nachjustiert werden.

Wann Hanf doch sinnvoller ist:
Bei größeren Gewinden (in der Regel größer als 1 Zoll) ist es empfehlenswert, Hanf statt Gewindedichtfaden zu verwenden.
Hier punkten die breiteren Hanffäden. Die Umwicklung geht schneller, einfacher und günstiger von Hand.
3. Gewinde mit Teflonband abdichten
Teflonband: Dies ist eine weitere Methode zum Abdichten von Gewinden. Das Gewindedichtband (auch Teflonband genannt) wird auf das Gewinde aufgerollt und bildet eine dichte Abdichtung, wenn die Teile zusammengeschraubt werden. Das Teflonband ist besonders nützlich bei der Abdichtung von Gewinden aus Kunststoff.
Teflonband wurde im Jahr 1938 von DuPont entwickelt und seitdem hat es sich als einer der gebräuchlichsten Arten von Gewindedichtstoffen etabliert. Es wird aus Polytetrafluorethylen (PTFE) hergestellt, einem Material, das für seine hervorragenden thermischen, elektrischen und chemischen Eigenschaften bekannt ist.
Die Vorteile von Teflonband sind vielfältig. Es ist einfach anzuwenden, indem es um das Gewinde gewickelt wird, und es bietet eine schnelle und effektive Abdichtung, die für eine Vielzahl von Anwendungen geeignet ist. Teflonband ist auch beständig gegen eine Vielzahl von Chemikalien, einschließlich Säuren, Laugen und Lösungsmitteln, und kann auch bei hohen Temperaturen und hohem Druck wirksam sein.
Wie dichte ich mit einem Teflonband ab?
Kurze Anleitung

Das Teflonband wird bei Rechtsgewinden rechts- und bei Linksgewinden linksherum vom Gewindeauslauf in Richtung Rohrende stramm und mit 50 % Überlappung auf das Gewinde gewickelt. Am Gewindeende wird das Band dann einfach abgerissen und vorsichtig angedrückt. Beim anschließenden Schraubvorgang legt sich das Teflonband stramm in die einzelnen Gewindegänge.
Häufig gestellte Fragen
Was ist besser Hanf oder Teflonband?
Die Wahl zwischen Hanf oder Teflonband hängt von vielen Faktoren ab. Beide Materialien überzeugen durch ihre Vorzüge. Je nach Anwendungsfall eignet sich das eine Material besser als das andere. Während Hanf auch sehr hohen Temperaturen standhält und nur sehr langsam verrottet, überzeugt ein Teflonband durch seine einfache Anwendung und eine hohe Beständigkeit. Insgesamt hängt die Entscheidung zwischen Hanf und Teflonband von den spezifischen Anforderungen Ihrer Anwendung ab. Es ist daher empfehlenswert, vorab zu prüfen, welche Option am besten geeignet ist.
Kann man Gewinde mit Silikon abdichten?
Silikon eignet sich nicht dafür, um ein Gewinde sachgemäß abzudichten und wird daher nicht empfohlen. Außerdem bringt es nicht die nötige Festigkeit und Haftung.
Silikon bietet sich tendenziell für Anwendungen, bei denen eine Dichtung auf einer flachen Oberfläche erforderlich ist, z. B. bei Fenster- oder Türscharnieren. Gängige Methoden sind das Abdichten mit Hanf und Dichtungspaste, einem Gewindedichtfaden oder einem Teflonband.
Wie viele Lagen Gewindedichtband?
Die Anzahl der Lagen von Gewindedichtband hängt von der Dicke des Bandes und der Größe des Gewindes ab. Im Allgemeinen wird empfohlen, mindestens 2-3 Lagen Teflonband auf das Gewinde aufzutragen, um eine effektive Abdichtung zu gewährleisten. Das Gewindedichtband sollte um das Gewinde gewickelt werden, wobei darauf zu achten ist, dass es festgezogen wird, damit es nicht verrutscht oder sich während des Einsetzens von Komponenten löst.
In welche Richtung Gewinde abdichten?
Es ist wichtig, das Dichtmittel für Ihr Gewinde in die richtige Richtung aufzutragen, damit es sich beim Eindrehen der Innen- und Außengewinde nicht löst oder abrollt.
Der Hanf, der Gewindedichtfaden oder das Gewindedichtband werden immer im Uhrzeigersinn rechts aufgetragen um das Rechtsgewinde herum.