Heizung selber warten: So geht’s Schritt für Schritt

Eine funktionierende Heizungsanlage ist entscheidend für warme Räume und niedrige Heizkosten. Viele Hausbesitzer fragen sich: Kann man die Heizung selber warten? Die Antwort lautet: Ja – einige Arbeiten dürfen und können Sie selbst übernehmen. In diesem Ratgeber erklären wir, wie Sie Ihre Heizung selber warten, welche Aufgaben Sie in Eigenregie erledigen dürfen und wann ein Fachmann nötig ist.

TL;DR – Das Wichtigste in Kürze:

  • Das Warten der Heizung selbst in die Hand zu nehmen, kann nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Lebensdauer des Heizsystems verlängern. Eine gewartete Heizung läuft optimal und verhindert Ausfälle.
  • Einige Schritte können dabei selbst übernommen werden
  • Zu den grundlegenden Wartungsaufgaben gehören das Entlüften der Heizkörper, um eingeschlossene Luft zu entfernen, und das Überprüfen des Wasserdrucks im Heizsystem. Ein regelmäßiger Blick auf den Kessel kann frühzeitig mögliche Probleme aufdecken.
  • Komplexere Aufgaben wie z. B. Brenner einstellen, Abgaswerte messen sind in Deutschland gesetzlich dem Fachbetrieb vorbehalten.

Warum Sie Ihre Heizung regelmäßig warten sollten

Egal ob Gasheizung, Ölheizung, Pelletheizung oder Wärmepumpe: Eine gut gewartete Heizungsanlage arbeitet nicht nur zuverlässiger, sondern auch deutlich effizienter. Die Vorteile einer regelmäßigen Heizungswartung sind vielfältig:

Senkung der Heizkosten: Eine saubere und richtig eingestellte Anlage verbraucht weniger Energie. Das Entlüften der Heizkörper allein kann den Verbrauch um bis zu 15% senken.

✅ Vorbeugung von Schäden: Durch eine regelmäßige Sichtprüfung können Sie potenzielle Probleme wie Korrosion oder Wasseraustritt frühzeitig erkennen und beheben, bevor es zu größeren Defekten kommt.

✅ Erhöhte Betriebssicherheit: Eine fachgerechte Heizungswartung reduziert das Risiko von Ausfällen und gewährleistet den sicheren Betrieb Ihrer Anlage.

✅ Umweltschutz: Ein effizienteres Heizsystem stößt weniger CO2 aus und schont damit die Umwelt.

✅ Längere Lebensdauer: Die Lebensdauer der gesamten Heizungsanlage wird durch regelmäßige Pflege und Wartung erheblich verlängert.

Eine regelmäßige Wartung sorgt also für Effizienz, Sicherheit und Langlebigkeit.


Was kann man bei der Heizungswartung selbst machen?

Nicht alle Arbeiten an der Heizung dürfen Heimwerker selbst erledigen. Komplexe Prüfungen und sicherheitsrelevante Einstellungen sind Aufgabe des Heizungsfachbetriebs.
Folgende Aufgaben können Sie aber gefahrlos selbst übernehmen:


Heizkörper entlüften

Wenn Ihre Heizkörper gluckern, liegt das meistens an eingeschlossener Luft im System. Diese Luft behindert die Zirkulation des Heizwassers, sodass die Heizung nicht richtig warm wird. Das Ergebnis: Sie drehen die Heizung höher und verschwenden unnötig Energie.


So einfach geht’s:

Heizkörper entlüften wenn man Heizung selbst wartet

Schalten Sie zunächst die Umwälzpumpe ab und warten Sie, bis der Heizkörper abgekühlt ist. Mit einem Entlüftungsschlüssel öffnen Sie vorsichtig das Ventil am Heizkörper und lassen die Luft entweichen.

Sobald nur noch Wasser austritt, schließen Sie das Ventil wieder.
Eine detaillierte Anleitung finden Sie in unserem Ratgeber Heizung entlüften.



Heizungs-Wasserdruck prüfen und nachfüllen

Um die Lebensdauer deiner Heizungsanlage zu erhöhen und Energie zu sparen, ist es wichtig, den Wasserdruck, der auf dem Manometer (Druckanzeige) abgelesen werden kann, regelmäßig zu kontrollieren.
Sinkt der Druck unter 1,0 bar, ist es Zeit, Wasser nachzufüllen, sonst werden die Heizkörper nicht wirklich warm.  Ist der Druck zu niedrig, arbeitet die Pumpe ineffizient, was wiederum Energie kostet.

Doch Vorsicht – Wasser ist nicht gleich Wasser:
Es wird empfohlen, jede Heizungsanlage mit aufbereitetem Wasser nach der VDI Richtlinie 2035 zu befüllen. Experten empfehlen das Produkt Megafill zur Wasserbehandlung. Dieses sorgt für eine optimale Aufbereitung des Wassersreduziert die Bildung von Kalkablagerungen und schützt deine Heizungsanlage vor Korrosion. 

So einfach geht’s:

Wenn man die eigene Heizung selber wartet, gehört ein Blick auf das Manometer dazu

Schauen Sie auf das Manometer Ihrer Anlage. Der Zeiger sollte sich im grünen Bereich (oft 1,5 bis 2,0 Bar) befinden.
Sollte der Druck zu niedrig sein, können Sie über den Füllhahn Wasser nachfüllen, bis der optimale Bereich erreicht ist.

Weiterer Tipp: Zuerst den Wasserschlauch zu füllen, um eine Einspeisung von Luft in das Heizsystem zu verhindern. So sichern Sie die optimale Funktion Ihrer Heizung.


Heizungsrohre isolieren

Ungedämmte Heizungsrohre in unbeheizten Räumen wie dem Keller sind ein großer Energiefresser. Die Wärme entweicht ungenutzt an die Umgebungsluft.

So einfach geht’s:

Heizungsrohre isolieren

Die Isolierung der Rohre ist eine einfache und effektive Maßnahme, um Wärmeverlust zu vermeiden. Nutzen Sie dazu Rohrisolierungen aus unserem Shop, die Sie einfach über die Rohre stecken.

Mit selbstklebenden und bereits geschlitzten Rohrisolierungen ist das noch einfacher und schnell erledigt.

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag Heizungsrohre isolieren.



Sichtprüfung durchführen

Ein regelmäßiger Kontrollblick auf Ihre Anlage kann Ihnen frühzeitig Probleme aufzeigen.


Checkliste: Heizung selbst warten


WartungsschrittHäufigkeitWerkzeug
✅ [ ] Heizkörper entlüften🕒 1–2 × im Jahr, vor der Heizsaison🔧 Entlüftungsschlüssel
✅ [ ] Wasserdruck prüfen🕒 alle 1–2 Monate⏱️ Anzeige (Manometer) am Heizkessel
✅ [ ] Wasser nachfüllenbei Bedarf🌀 Gartenschlauch, ggf. Füllschlauch
✅ [ ] Heizkörper reinigenvor Heizsaison🧹Staubsauger, Heizkörperbürste

✅ [ ] Heizungsrohre dämmen
bei Bedarf🛒 Rohrisolierung

Arbeiten, die nur der Fachmann machen darf

Heizungswartung über Fachmann

Folgende Punkte sind für Heimwerker tabu und gehören in die Hände eines Fachbetriebs:

  • Brennerreinigung und Abgasmessung

  • Gas– und Ölleitungen prüfen

  • sicherheitsrelevante Einstellungen an Steuerungen und Reglern

  • Austausch wichtiger Bauteile wie Wärmetauscher


Wie oft sollte die Heizung gewartet werden?

Experten empfehlen, die Heizungsanlage einmal jährlich von einem zertifizierten Fachbetrieb warten zu lassen. Diese professionelle Wartung umfasst gesetzlich vorgeschriebene Messungen und Reinigungsarbeiten, die für Laien nicht zugänglich sind.

Ergänzend dazu können Sie jedoch mit einfachen und regelmäßigen Checks Ihre Heizung selbst warten. Es empfiehlt sich, diese einfachen Aufgaben mindestens einmal pro Heizperiode, idealerweise vor Beginn der kälteren Monate, durchzuführen.


Das kostet die jährliche Wartung der Heizung

HeizungsartTypische Werte für Einfamilienhaus
Gasheizungetwa 130-200 €
Ölheizungtypischerweise um 160‑200 €
Pelletheizung / Holz ca. 150‑300 € oder höher, je nach Komplexität des Transportsystems, Reinigung etc.
Wärmepumpeoft etwas günstiger, aber mit Abweichungen: ca. 50‑200 € je nach Art (Luft‑, Wasser‑, Erdreich) und notwendiger Kontrolle der Kältemittel etc.

Fazit: Heizung selber warten lohnt sich

Einige Wartungsarbeiten an der Heizung können Sie als Heimwerker problemlos selbst erledigen – dazu gehören das Entlüften, Druckkontrolle und das Isolieren von Rohren.
Für sicherheitsrelevante Aufgaben wie Brennerprüfung oder Abgasmessung sollten Sie aber stets den Fachmann rufen.
Wer regelmäßig kleine Checks selbst durchführt, spart Geld, Energie und erhöht die Lebensdauer seiner Anlage.



Häufig gestellte Fragen

Kann ich meine Heizung selbst warten?

Ja, viele einfache Wartungsarbeiten wie das Entlüften der Heizkörper, das Prüfen des Wasserdrucks oder die Sichtkontrolle der Anlage können Heimwerker selbst durchführen. Für komplexere Aufgaben ist jedoch ein Fachbetrieb erforderlich.

Wie oft sollte ich meine Heizung warten?

Die Heizungswartung sollte mindestens einmal jährlich durch einen Fachbetrieb erfolgen. Zusätzlich empfiehlt sich ein Heimwerker-Check vor jeder Heizperiode.

Was passiert, wenn ich meine Heizung nicht warte?

Ohne regelmäßige Wartung steigt der Energieverbrauch, die Heizleistung sinkt und es können teure Schäden entstehen. Auch die Lebensdauer der Anlage verkürzt sich deutlich.

Wer darf die Wartung der Heizung machen?

Nur zertifizierte Heizungsinstallateure oder Fachbetriebe dürfen die komplette Wartung durchführen. Heimwerker dürfen lediglich einfache Pflegearbeiten übernehmen.


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