Mit dem neuen Heizungsgesetz, welches seit dem 01. Januar 2024 in Kraft getreten ist, und den stetig steigenden Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) stehen viele Haus-Eigentümer vor einer wichtigen Frage: Lohnt sich eine neue Gasheizung im Jahr 2025 noch?
Auch wenn die Zukunft zunehmend von erneuerbaren Energien wie der Wärmepumpe geprägt ist, bleibt die Gasheizung in Kombination mit einer modernen Heizung als Hybridlösung eine attraktive Option für viele Haushalte.
In diesem Artikel möchten wir auf die wichtigsten Aspekte eingehen, die für und gegen die Gasheizung im Jahr 2025 sprechen und wollen aufzeigen, wie sich eine Gasheizung zukunftssicher machen lässt.
TL;DR – Das Wichtigste in Kürze:
- Ab 2045 wird der Einsatz von Gasheizungen nicht mehr gestattet sein.
- Gasheizungen bleiben trotz des Gebäudeenergiegesetzes attraktiv. Sie sind zuverlässig, einfach an vorhandene Leitungen anzuschließen und bieten kostengünstige Lösungen für den Austausch, was ihre Beliebtheit weiterhin steigert.
- Eine Gas-Hybridheizung bietet zukunftsfähige Lösungen, indem sie fossile Brennstoffe mit erneuerbaren Energien kombiniert, was sowohl die CO2-Emissionen reduziert als auch die Energieeffizienz steigert.
Aktueller Stand zur Gasheizung im Heizungsgesetz

Bis spätestens 2045 möchte die Bundesregierung die Verwendung von fossilen Brennstoffen wie Gas und Öl zum Heizen beenden.
Um dieses Ziel zu erreichen, dürfen in Neubauten in Neubaugebieten mit wenigen Ausnahmen schon seit dem 1. Januar 2024 nur noch Heizungsanlagen installiert werden, die zu 65 Prozent auf erneuerbaren Energien basieren.
Hierzu zählen:
- Wärmepumpen
- Wärmenetze (Fern oder Nahwärme)
- Biomasseheizungen (z.B. Pellets, Holz)
- Gasheizungen mit z.B. Wasserstoff betrieben
- Hybridheizungen (z.B. Gasheizung + Wärmepumpe)
- Solarthermie
Für Bestandsgebäude und Neubauten außerhalb von Neubaugebieten gilt die 65 % Regel ab Fertigstellung der kommunalen Wärmeplanung.
Dabei muss die kommunale Wärmeplanung in Großstädten mit
- mehr als 100.000 Einwohner bereits bis 2026 fertiggestellt sein,
- Kleinstädte (mit weniger als 100.000 Einwohner) haben Zeit bis 2028.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass eine vorhandene Gasheizung demontiert werden muss. Ist sie noch funktionstüchtig oder lässt sie sich bei einem Defekt reparieren, darf sie weiterhin genutzt werden. Allein bei einem Schaden, der sich nicht reparieren lässt und den Kauf einer neuen Heizung erforderlich macht, sind die Übergangsfristen zu beachten.
Wie lange darf ich noch eine neue Gasheizung einbauen?
In Bundesländern ohne bestehende kommunale Wärmeplanung ist der Einbau einer neuen Gasheizung weiterhin gestattet, jedoch mit bestimmten Auflagen.
Die neue Gasheizung muss dann entweder „H2-ready“ sein, also für eine Umrüstung auf Wasserstoff geeignet, oder ab 2029 einen zunehmend höheren Anteil an Biogas verwenden. Sobald der kommunale Wärmeplan fertiggestellt wird, ist die Installation einer neuen Gasheizung ausschließlich mit Wasserstofftechnik erlaubt, vorausgesetzt, der Plan sieht ein CO2-neutrales Gasnetz vor. Hausbesitzer sollten sich frühzeitig über die lokalen Gegebenheiten informieren, um zukunftssicher zu investieren.

Lohnt sich jetzt noch eine neue Gasheizung?
Trotz der Einschränkungen durch das Gebäudeenergiegesetz sind Gasheizungen nach wie vor beliebt.
✅ Sie funktionieren zuverlässig und können bei einem notwendigen Austausch ohne großen Aufwand an die vorhandenen Gasleitungen angeschlossen werden. Gasheizungen punkten zudem durch ihre vergleichsweise niedrigen Anschaffungskosten.
✅ Andere Heizsysteme wie die Wärmepumpe sind deutlich teurer und dadurch nicht für jedermann erschwinglich.
✅ Wer derzeit eine neue Heizung benötigt, steht außerdem vor dem Problem, dass in vielen Städten die kommunale Wärmeplanung noch nicht erfolgt ist. Durch sie könnten sich andere Möglichkeiten wie zum Beispiel der Anschluss an ein Fernwärmenetz oder einen Betrieb mit Wasserstoff ergeben.
✅ Eine neue Gasheizung ist in einem Bestandsgebäude dann sinnvoll, wenn sie als Ersatz für eine alte und entsprechend ineffiziente Heizung dient, denn moderne Technik bietet ein hohes Einsparpotenzial.
✅ Damit eine Gasheizung möglichst lange genutzt werden kann, sollte sie jedoch H2-ready, also für die Beimischung von Wasserstoff geeignet sein oder in der hybridfähigen Ausführung mit einer zweiten Energiequelle wie der Solarthermie oder einer Wärmepumpe kombinierbar sein. Auf diese Weise lassen sich zusätzliche Kosten durch eine höhere CO₂-Bepreisung, mit der wir uns weiter unten befassen, umgehen.
Wie viel kostet eine neue Gasheizung?
Eine Gasheizung sollte wie jedes andere Heizsystem auf das jeweilige Gebäude abgestimmt sein. Dementsprechend haben viele Faktoren wie die Größe des Hauses, die Dämmung der Fassade und des Dachs sowie der Zustand von Fenstern und Außentüren einen Einfluss auf den Preis einer Gasheizung.
Selbst bei ungünstigen Voraussetzungen ist eine Gasheizung jedoch deutlich günstiger als jede andere Heiztechnik. Sofern Sie eine alte Gasheizung ersetzen möchten, sind außerdem keine Veränderungen am Gebäude erforderlich.
Eine kleine wandhängende Gastherme bekommen Sie schon für weniger als 2.000 Euro. Selbst die Kosten einer Gasheizung für ein relativ großes Haus belaufen sich in der Regel jedoch auf nicht mehr als 8.000 Euro.
Haben Sie keine außergewöhnlichen Wünsche und Bedürfnisse, reichen meist schon 3.000 bis 4.000 Euro.
Hinzu kommen die Kosten für die Montage und gegebenenfalls die Demontage der alten Heizung.
Möchten Sie eine alte Gasheizung durch eine moderne ersetzen lassen, sollten Sie Gesamtkosten in Höhe von etwa 8.000 – 12.000 Euro einplanen.
Die unterschiedlichen Varianten einer Gasheizung
Möchten Sie als Eigentümer eine Gasheizung kaufen, haben Sie die Wahl zwischen Geräten, die ausschließlich die Räume beheizen, und Anlagen, die auch die Warmwasserversorgung übernehmen. Darüber hinaus unterscheidet man zwischen Gasthermen und Gaskesseln. Ein Gaskessel wird auf dem Boden aufgestellt, eine Gastherme dagegen an einer Wand aufgehängt.
Die Gas-Heiztherme
Die Gas-Heiztherme beschränkt sich auf das Beheizen der Wohnräume. Durch die Kombination mit einem Warmwasserspeicher kann sie aber auch den gesamten Haushalt mit Warmwasser versorgen. Diese Gasheizung ist außerdem eine gute Wahl, wenn Sie Solarenergie nutzen möchten, denn Solartechnik lässt sich leicht an eine Gas-Heiztherme anschließen. Dies ist bei anderen Gasheizungen schwieriger.
Die Gasheizung mit Warmwasserspeicher
Eine Gas-Heiztherme mit angeschlossenem Warmwasserspeicher übernimmt das Heizen und die Warmwasserversorgung. Sie benötigt ein wenig Platz und bietet sich daher vor allem für Gebäude an, in denen beispielsweise im Keller ausreichend Stellfläche vorhanden ist.
Die Gas-Kombitherme
Besitzt Ihr Eigenheim keinen Keller oder ist generell wenig Platz vorhanden, treffen Sie mit einer Gas-Kombitherme eine gute Wahl. Sie nimmt durch ihre kompakte Bauweise nur wenig Stellfläche in Anspruch und lässt sich auch innerhalb der Wohnung installieren. Solch eine Gasheizung vereint zudem von vornherein zwei Funktionen: das Beheizen der Wohnräume und die Warmwasserversorgung.
Moderne Gas-Kombithermen verfügen über einen Modulationsbetrieb. Er passt die Leistung der Heizung automatisch an den aktuellen Bedarf an und sorgt dadurch für einen möglichst niedrigen Gasverbrauch. Die geringe Größe ist vor allem darauf zurückzuführen, dass eine Gas-Kombitherme keinen Wasserspeicher besitzt. Sie erwärmt es in dem Moment, in dem Sie es durch das Aufdrehen eines Wasserhahns anfordern.
Moderne Gaskessel – sparsam und umweltfreundlich
Gasheizungen werden seit etwa Mitte der 1990er Jahre mit Brennwerttechnik ausgestattet. Diese Technik entzieht den Abgasen, die bei der Verbrennung des Gases entstehen, die Wärme und leitet sie zurück in die Heizungsanlage. Dort erwärmt sie das Wasser schon bis zu einem gewissen Grad, sodass weniger Gas erforderlich ist, um das Heizungswasser auf die gewünschte Temperatur zu bringen.
Eine Gasheizung mit Brennwerttechnik ist daher sehr viel sparsamer als ein älteres Modell, bei dem die warmen Abgase noch ungehindert durch den Schornstein entweichen. Auch für die Kombination mit anderen Technologien wie der Solarthermie sind viele neue Modelle bestens gerüstet. Auf diese Weise lässt sich die Energieeffizienz nochmals steigern. Gleichzeitig reduziert der Einsatz erneuerbarer Energien den CO₂-Ausstoß und erhöht dadurch die Umweltverträglichkeit einer Heizungsanlage.
| Kriterien | Gas-Heiztherme | Gasheizung mit Warmwasser | Gas-Kombitherme | Gaskessel |
| wandhängend | ✅ | ✅ | ✅ | ❌ |
| bodenstehend | ❌ | ✅ | ❌ | ✅ |
| geringer Platzbedarf | ✅ | ✅ | ✅ | ❌ |
| Warmwasser-Speicher | ❌ | ✅ | ❌ | ❌ |
| für Wohnung | ✅ | ✅ | ✅ | ❌ |
| für Einfamilienhaus | ✅ | ✅ | ✅ | ✅ |
| für Mehrfamilienhaus | ❌ | ❌ | ❌ | ✅ |
| Kombination mit Solarthermie | ✅ | ✅ | ❌ | ✅ |
| Kombination mit Wärmepumpe | ✅ | ✅ | ✅ | ✅ |
Gas-Hybridheizung: Kosten für eine neue Gasheizung mit Solar oder Wärmepumpe im Einfamilienhaus

Gas-Hybridheizungen nutzen neben Gas eine zweite Energiequelle wie zum Beispiel Sonnenenergie. Hierbei handelt es sich in der Regel um Solarthermie. Gasthermen und Gaskessel werden außerdem oft mit Wärmepumpen kombiniert. Welche Gesamtkosten Ihnen bei solch einer Anlage entstehen, hängt unter anderem von der Größe Ihres Eigenheims sowie Ihren persönlichen Wünschen und Bedürfnissen ab. Mit den nachfolgenden Preisangaben und unseren Informationen zur staatlichen Förderung können Sie sich jedoch einen ersten Überblick verschaffen.
Solarthermie-Anlagen und Wärmepumpen zählen zu den umwelt- und klimafreundlichen Technologien, die der Staat fördern möchte. Einen Teil der Kosten für eine Solaranlage beziehungsweise eine Wärmepumpe übernimmt er deshalb über seine Förderprogramme. Hierfür zuständig ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, auf deren Internetseite Sie alle Details zu den aktuellen Förderprogrammen finden.
Derzeit übernimmt der Staat bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten. Berücksichtigen Sie bei Ihren Überlegungen aber auch das Einsparpotenzial einer Gas-Hybridheizung. Sie verbraucht in der Regel nur Gas, wenn die Leistung einer Solarthermie-Anlage beziehungsweise einer Wärmepumpe nicht ausreicht. Die höheren Anschaffungskosten gleichen sich daher in den folgenden Jahren durch sehr viel niedrigere Gasrechnungen wieder aus.
Monatliche Kosten einer Gasheizung im Durchschnitt
Beim Heizen mit Gas liegen die durchschnittlichen monatlichen Kosten derzeit bei etwa 80 bis 100 Euro. Die Größe des Gebäudes und der einzelnen Räume, die Anzahl und das Alter seiner Bewohner und nicht zuletzt der Zustand des Hauses spielen bei der Höhe der Kosten jedoch eine entscheidende Rolle. So ist zum Beispiel in einem alten und nur unzureichend gedämmten Eigenheim der Gasverbrauch sehr viel höher als in einem Haus mit gut gedämmter Außenhülle. Einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Heizkosten hat außerdem das Alter der Heizungsanlage, denn wie bereits erwähnt nutzt eine moderne Gasheizung mit Brennwerttechnik das Gas sehr viel effizienter als eine alte Heizungsanlage.
Im Preis, den Sie pro Kilowattstunde Gas an Ihren Versorger bezahlen, ist bereits jetzt ein CO₂-Preis enthalten. Er liegt 2025 bei 55 Euro pro Tonne. Dies bedeutet, dass Sie bei einem jährlichen Gasverbrauch von 6.500 kWh rund 85 Euro und bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh etwa 263 Euro zahlen. Der CO₂-Preis steigt ab 2027.
Wie hoch er in Zukunft sein wird, lässt sich nicht voraussagen, denn der Preis soll sich wie bei vielen anderen Gütern durch Angebot und Nachfrage ergeben. Sein Einfluss auf den Gaspreis könnte daher gering, moderat oder groß sein. Experten gehen jedoch davon aus, dass der CO₂-Preis deutlich steigen wird.
Fazit: Ist der Einbau einer neuen Gasheizung 2025 sinnvoll?
In Neubaugebieten sind nach GEG bereits jetzt Heizungsanlagen mit 65 Prozent erneuerbaren Energien vorgeschrieben. Möchten Sie die Heizung in einem Bestandsgebäude erneuern, haben Sie jedoch nach wie vor die Wahl zwischen allen Technologien. Erwägen Sie noch die Anschaffung einer klassischen Gasheizung, sollten Sie sich allerdings beeilen, denn für Bestandsgebäude gelten Übergangsfristen.
Denken Sie bei der Auswahl einer neuen Gasheizung jedoch an die Betriebskosten. Sie werden durch höhere Gaspreise und die CO₂-Bepreisung in Zukunft sehr wahrscheinlich steigen.
Im Idealfall entscheiden Sie sich daher für eine Gasheizung, die H2-ready ist und Ihnen den Umstieg auf Wasserstoff ermöglicht, oder eine hybridfähige Gasheizung. Sie lässt sich auch nachträglich mit einer Solarthermie-Anlage oder einer Wärmepumpe kombinieren, falls Sie die Kosten auf einen längeren Zeitraum verteilen möchten.
Mit solch einer Heizung halten Sie sich alle Wege offen.
Die Kombination mit erneuerbaren Energien kann aber natürlich auch sofort erfolgen. In diesem Fall können Sie sicher sein, dass der Staat einen Teil der Kosten für Ihre neue Heizung übernimmt. Gasheizungen sind daher selbst im Jahr 2025 und vor allem für Bestandsgebäude noch immer eine gute Lösung.