Nach den Regeln des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) muss bei einer Ölheizung, die ab Mitte 2026 bzw. 2028 eingebaut wird, mindestens 65 Prozent der Heizenergie aus Erneuerbaren Energien stammen, so etwa aus „grünem Heizöl“. Weil die Preise für Öl und Gas steigen, überlegen viele Hausbesitzer, auf eine Wärmepumpe umzurüsten.
Aber wann lohnt sich der Wechsel von einer Ölheizung zu einer Wärmepumpe wirklich, und wie viel kostet das? Welche Vorteile und Kosten der Wechsel von einer alten Ölheizung auf Wärmepumpe mit sich bringt und welche Wärmepumpen speziell für die Modernisierung konzipiert sind, erfahren Sie in unserem Ratgeber.
TL;DR – Das Wichtigste in Kürze:
- Die Investition in eine Wärmepumpe beläuft sich in der Regel auf 15.000 bis 30.000 €. Dank staatlicher Förderungen können die förderfähigen Kosten jedoch um bis zu 70 % gesenkt werden. Besonders attraktiv ist der Klimageschwindigkeitsbonus, der beim Austausch einer funktionstüchtigen Ölheizung 20 % Ersparnis bietet.
- Zukunftssicher: Durch die Installation einer Wärmepumpe entsprechen Hausbesitzer den gesetzlichen Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und sichern sich eine zukunftsorientierte und nachhaltige Heizlösung.
- Vorhandene Heizkörper können weiterhin genutzt werden, eine Fußbodenheizung ist nicht zwingend notwendig, denn Wärmepumpen schaffen eine Vorlauftemperatur von bis zu 75 Grad Celsius.
Diese Vorteile hat man, wenn man von Öl auf Wärmepumpe umrüstet

✅ Deutlich geringerer CO₂-Ausstoß durch Nutzung von Umweltenergie
✅ Unabhängigkeit von steigenden Ölpreisen und fossilen Brennstoffen
✅ Wegfall von Öltank, Ölgeruch und regelmäßigen Brennstofflieferungen
✅ Niedrigere laufende Heizkosten bei guter Gebäudeeffizienz
✅ Wertsteigerung der Immobilie durch moderne, energieeffiziente Technik
✅ Geringerer Wartungsaufwand im Vergleich zur Ölheizung
✅ Zukunftssichere Heizlösung im Hinblick auf CO₂-Steuer und gesetzliche Vorgaben
Ölheizung umrüsten auf Wärmepumpe: Wie hoch sind die Kosten?

Die Kosten für die Umrüstung von einer Ölheizung auf eine Wärmepumpe variieren je nach Gebäudetyp, erforderlicher Installation und örtlichen Gegebenheiten. Im Durchschnitt liegen die Gesamtkosten zwischen 15.000 und 30.000 Euro. Dazu zählen die Anschaffung der Wärmepumpe und weiteres Zubehör wie etwa Speicher, die Installation sowie die notwendige Entsorgung der Öltanks.
Um eine effiziente Heizungsanlage sicherzustellen, empfiehlt es sich, einen qualifizierten Fachbetrieb zu beauftragen. Ferner bieten staatliche Förderprogramme finanzielle Anreize für den Umstieg auf erneuerbare Energien, was nicht nur die Investitionskosten senken kann, sondern auch zu einer Reduzierung der jährlichen Heizkosten führt.
Anschaffungskosten der Wärmepumpe
Die Anschaffungskosten einer Wärmepumpe können je nach Marke und System variieren. Renommierte Hersteller wie Bosch, Buderus, Carrier, Haier, LG, Midea, Stiebel Eltron, Vaillant, Viessmann und Wolf bieten eine Vielzahl von Modellen an, die sich in Preis und Leistungsgröße unterscheiden.
Die Kosten für das Grundgerät liegen in der Regel zwischen 4.000 und 15.000 Euro, abhängig von der Leistung und den spezifischen Anforderungen Ihres Heims.
Installationskosten und Zusatzkosten
Die Installationskosten einer Wärmepumpe liegen meist zwischen etwa 8.000 und 18.000 Euro. Sie hängen vom Gebäudetyp, Heizsystem und Aufwand ab.
Typische Kostenpunkte:
✅ Fundament & Aufstellung der Außeneinheit
✅ Hydraulischer Anschluss (Vorlauf/Rücklauf)
✅ Warmwasser– oder Pufferspeicher
✅ Elektroanschluss & Absicherung
✅ Hydraulischer Abgleich
✅ Inbetriebnahme & Einstellung
Zusätzlich zu den Installationskosten können weitere Ausgaben anfallen, wie etwa die Anpassung der bestehenden Heizungsrohre, das Verlegen der Wärmepumpenrohr-Fernwärmeleitung, der Austausch der alten Heizkörper gegen neue. In vielen Fällen kann es erforderlich sein, die Dämmung des Gebäudes zu verbessern, um die maximale Effizienz der neuen Wärmepumpe zu gewährleisten.
Fördermöglichkeiten und finanzielle Unterstützung
Beim Heizungswechsel stehen verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung, die Hauseigentümern eine finanzielle Unterstützung bieten können.
✅ Beim Umrüsten von der Ölheizung auf eine Wärmepumpe erhalten Hauseigentümer über die BEG-Förderung mindestens 30 % Grundförderung.
✅ Wer eine alte, noch funktionstüchtige Ölheizung ersetzt, bekommt zusätzlich einen Klimageschwindigkeitsbonus von 20 % (bis Ende 2028).
✅ Nutzt die Wärmepumpe ein natürliches Kältemittel (z.B. R290), sind weitere 5 % Effizienzbonus möglich.
Wo kann man die Förderung beantragen?
Die Förderung erfolgt über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) und wird über die KfW abgewickelt.
Alternativ unterstützen Energieberater, Fachbetriebe für Heiztechnik oder Hausbanken bei der Antragstellung und Planung.
Wie läuft die Heizungstausch ab?

Die Umrüstung von einer Ölheizung auf eine Wärmepumpe erfolgt in mehreren Schritten. Zunächst wird eine Energiebedarfsanalyse durchgeführt, um den Heizbedarf des Gebäudes zu ermitteln. Anschließend erfolgt die Auswahl der passenden Wärmepumpe, die je nach Gegebenheiten entweder luft-, wasser- oder erdwärmebasiert sein kann.
Nach der Auswahl wird die bestehende Ölheizung demontiert und die neue Wärmepumpe installiert. Dabei ist es wichtig, die Wärmeverteilung im Haus zu optimieren, eventuell sind Anpassungen an den Heizkörpern oder der Fußbodenheizung notwendig. Schließlich erfolgt die Inbetriebnahme der neuen Heizung, bei der alle Systeme getestet und eingestellt werden. Nach erfolgreichem Abschluss der Umrüstung können Sie effizient und nachhaltig heizen, während Sie gleichzeitig die Umwelt entlasten.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Umrüstung
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Planung mit einem Fachbetrieb: Suchen Sie einen erfahrenen Fachbetrieb, der Sie beim Heizungswechsel unterstützt. Eine umfassende Beratung ist dabei entscheidend, um das richtige Gerät für Ihre Bedürfnisse auszuwählen.
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Förderung beantragen: Informieren Sie sich über mögliche staatliche Förderungen oder Zuschüsse für den Austausch Ihrer Heizung. Reichen Sie die notwendigen Unterlagen rechtzeitig ein, um finanzielle Unterstützung zu erhalten.
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Alte Ölheizung demontieren: Nachdem alle Förderanträge und Genehmigungen vorliegen, übernimmt der Fachbetrieb die Demontage und fachgerechte Entsorgung des Ölkessels und Öltanks. Denken Sie daran, die Außerbetriebnahme des Tanks den zuständigen Behörden zu melden.
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Wärmepumpe installieren: Nach der Entfernung und Entsorgung der alten Ölheizung beginnt der Fachbetrieb mit der Installation und Verlegung der notwendigen Anschlussrohre.
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Heizkörper optimieren: Überprüfen Sie Ihre Heizkörper und tauschen Sie diese ggf. gegen größer dimensionierte Modelle oder Wärmepumpenheizkörper aus. Möglicherweise sind neue Thermostate oder eine hydraulische Abgleichung erforderlich, um die Effizienz beim Heizen zu maximieren.
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Wärmepumpe einstellen: Lassen Sie die Wärmepumpe von einem Techniker einstellen und optimieren. Dies stellt sicher, dass Ihre neue Heizung effizient arbeitet und die gewünschten Temperaturen erreicht werden.
Häufige Fragen zur Umrüstung von Ölheizung auf Wärmepumpe
Wann lohnt sich der Wechsel von der Ölheizung auf Wärmepumpe?
Besonders bei alten Öl-Heizungen, geplanten Sanierungen oder hohen Heizkosten lohnt sich der Wechsel langfristig durch niedrigere Betriebskosten und staatliche Förderung.
Was ist billiger, Heizen mit Öl oder Wärmepumpe?
Die Kosten, die anfallen, wenn man mit Öl heizt, im Vergleich zu einer Wärmepumpe, hängen von mehreren Dingen ab. Der Ölpreis ist von der steigenden CO₂-Steuer abhängig und zeigt seit Jahren eine klare Tendenz zu höheren Kosten für Verbraucher. Eine Wärmepumpe braucht dagegen meist weniger Energie und funktioniert effizienter. Deshalb sind die laufenden Kosten für eine Wärmepumpe oft niedriger. Auf lange Sicht kann es also günstiger sein, auf eine Wärmepumpe umzusteigen, da sie nicht von fossilen Brennstoffen abhängig ist. Trotzdem sollte man auch auf individuelle Faktoren wie die Isolierung des Hauses achten, bevor man eine Entscheidung trifft.
Was kostet der Wechsel von Ölheizung zu Wärmepumpe?
Die Kosten vom Wechsel von einer Ölheizung zu einer Wärmepumpe liegen in der Regel zwischen 15.000 und 30.000 Euro, abhängig von der Art der Wärmepumpe und der baulichen Gegebenheiten. Dabei sollten auch zusätzliche Ausgaben für die Installation, Zubehör und eventuelle Anpassungen der Heizungsanlage eingeplant werden.
Wann sollte ich meine alte Ölheizung gegen eine Wärmepumpe tauschen?
Die Umstellung von einer Ölheizung auf eine Wärmepumpe sollte in Betracht gezogen werden, wenn Ihre Heizkosten kontinuierlich steigen oder die Effizienz Ihrer bestehenden Anlage sinkt. Auch im Zuge einer Renovierung ist der Wechsel sinnvoll, um nachhaltiger und umweltfreundlicher zu heizen.
Kann ich meine bestehenden Heizkörper nach der Umrüstung zur Wärmepumpe weiterhin nutzen?
Wenn Sie Ihre Ölheizung auf eine Wärmepumpe umrüsten, können Sie in vielen Fällen Ihre bestehenden Heizkörper weiterhin nutzen. Wärmepumpen arbeiten effizienter bei niedrigeren Vorlauftemperaturen, was bedeutet, dass Ihre Heizkörper ausreichend groß sein sollten, um auch bei diesen Temperaturen effektiv heizen zu können. Möglicherweise müssen sie daher größer dimensioniert oder durch moderne Wärmepumpenheizkörper ersetzt werden, die speziell für den Betrieb mit Wärmepumpen entwickelt wurden.
Von Ölheizung zur Wärmepumpe: Was kostet die Entsorgung der alten Heizung?
Die Kosten für die Entsorgung einer alten Ölheizung können erheblich variieren. Im Durchschnitt sollten Sie mit 1.000 bis 3.000 Euro rechnen, abhängig von der Größe der Anlage und den örtlichen Entsorgungsgebühren. Es ist wichtig, einen Fachbetrieb zu beauftragen, da die Entsorgung von Heizöl und Heizölbehältern spezielle Vorschriften erfordert. Zudem können zusätzliche Kosten für die Demontage und die Wiederherstellung des Aufstellungsortes anfallen.
Funktioniert eine Wärmepumpe auch in Altbauten?
Ja, meistens. Eine effiziente Dämmung, Heizkörper mit großer Fläche oder Fußbodenheizung helfen dabei, den Betrieb wirtschaftlicher zu machen.
Fazit: Lohnt sich der Wechsel auf eine Wärmepumpe?
Die Umrüstung von einer Ölheizung auf eine Wärmepumpe kann sich in vielerlei Hinsicht lohnen. Zunächst einmal bieten Wärmepumpen eine deutlich höhere Energieeffizienz, da sie Umweltwärme aus der Luft, dem Erdreich oder Grundwasser nutzen, um Ihr Zuhause zu heizen. Dies führt nicht nur zu geringeren Heizkosten, sondern auch zu einer signifikanten Reduzierung der CO2-Emissionen, was umweltfreundlicher ist.
Zudem gibt es staatliche Förderungen und Zuschüsse für die Installation von Wärmepumpen, die die initialen Investitionskosten erheblich senken können. Langfristig gesehen amortisieren sich diese Kosten oft innerhalb weniger Jahre durch die Einsparungen bei den Energiekosten.
Allerdings sollten auch die individuellen Gegebenheiten Ihres Hauses sowie die örtlichen Gegebenheiten berücksichtigt werden. Eine sorgfältige Planung und Beratung sind entscheidend, um sicherzustellen, dass die neue Heizlösung effizient und nachhaltig ist. Insgesamt lässt sich sagen, dass die Umrüstung auf eine Wärmepumpe in vielen Fällen eine zukunftssichere und wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung darstellt.